Warum ist die Bilanzierung von CO2 im Infrastrukturbau so wichtig?

Von Oliver Queck, Leiter des deutschen Marktes

Wenn es um den Bau von Infrastrukturen geht, mag die Kohlenstoffbilanzierung nicht greifbar und sogar unwichtig erscheinen. Aber wenn man an die Zukunft denkt, ist es eine grundlegende Variable bei der Planung von Infrastrukturbauarbeiten.

Werfen wir einen genaueren Blick auf Deutschland. Deutschland ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt und technologisch führend in verschiedenen Bereichen, von der Automobilindustrie bis hin zu vielen anderen Zweigen des Maschinenbaus. Das Land hat den Ehrgeiz, eine führende Rolle im Bereich der Nachhaltigkeit einzunehmen und ist ein wichtiger Impulsgeber in diesem Bereich.

Aufgrund der geografischen Lage in der Mitte Europas ist Deutschland ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Mit 830.000 km ist das deutsche Straßennetz eines der größten der Welt (Platz 9). Das Schienennetz ist mit mehr als 39.000 km Schienenwegen das mit Abstand größte in Europa.

Diese Netze sind in die Jahre gekommen. Sie müssen saniert, aber auch weiterentwickelt werden, um die Anbindung zu verbessern und die grüne Mobilität vorzubereiten. Es werden große Investitionen in die Infrastruktur (neue Straßen, Brücken, Tunnel sowie Eisenbahnstrecken) erwartet (schätzungsweise 7 Mrd. Euro für den Schienenverkehr und 8 Mrd. Euro für das Straßennetz).

Für die deutsche Regierung ist klar, dass diese Investitionen einen erheblichen Einfluss auf den CO2-Fußabdruck des Landes haben werden. Da sich Deutschland verpflichtet hat, bis zum Jahr 2045 einen Netto-Null-Ausstoß zu erreichen, möchte die Regierung den Anstieg der CO2-Emissionen aufgrund dieser Infrastrukturentwicklungen so weit wie möglich minimieren.

 

Wie können wir dieses Ziel erreichen?

Um den CO2-Ausstoß zu verringern, ist es wichtig, ihn zu messen. Man kann nicht optimieren, was man nicht gemessen hat. ORIS ermöglicht die halbautomatische Messung des CO2-Fußabdrucks von Infrastrukturprojekten (Straßen, Schienen) nach internationalen Standards für die CO2-Bilanzierung von Materialien.

Auf der Grundlage dieser Messungen können Sie mit ORIS alternative Entwurfsoptionen modellieren und Wege zur Optimierung des Entwurfs finden, um den Materialverbrauch und den Kohlenstoff-Fußabdruck zu verringern.

Wir gehen davon aus, dass Regierungen in Zukunft strengere Maßnahmen in Ausschreibungen aufnehmen werden, um den Kohlenstoff-Fußabdruck zu reduzieren. Einige Länder entwickeln ein System zur Belohnung oder Bestrafung von Angeboten in der Ausschreibungsphase, die einen sehr niedrigen oder hohen CO2-Fußabdruck aufweisen. Dieses sogenannte Bonus-Malus-System wird bereits in den Niederlanden und in Norwegen eingesetzt. In Norwegen beispielsweise wird dieses System bereits bei 80 % der Ausschreibungen angewandt, um das Bewusstsein für CO2-effiziente Materialien und Konstruktionen zu schärfen. Gleichzeitig wird dadurch die Wettbewerbsfähigkeit von Materialien und Konstruktionen erhöht, die eventuell etwas teurer, aber dafür CO2 freundlich im Vergleich zu billigen, aber CO2 intensiveren Lösungen sind. 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass in Deutschland ein ähnliches System eingeführt wird. Daher lohnt sich die Vorbereitung darauf für Materiallieferanten, Bauunternehmer und Planer, dass sie in der Lage sind, eine Kohlenstoffbilanzierung durchzuführen, sobald diese verpflichtend ist. Wir bei ORIS sind bereit, die Industrie bei diesen neuen Anforderungen zu unterstützen. 

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Oliver QUECK Head of German Market
Oliver 
QUECK
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